"Every advance, any achievement of mankind has been connected with an advance in self awareness." (C. G. Jung)

"Culture eats stratetgy for breakfast", treffender als mit diesem Bonmot könnte die Bedeutung der Unternehmenskultur für den Erfolg und die Zukunftssicherheit nicht auf den Punkt gebracht werden. Dieser Tatsache zum Trotz wird mit dem Thema leider eher stiefmütterlich umgegangen. Das mag zum einen daran liegen, dass kulturelle Arbeit sich nur sehr schwer, eigentlich gar nicht direkt messen lässt, daher dem Selbstverständnis von Managern nach dem Motto "Nur was sich messen lässt, lässt sich managen" zuwiderläuft. Zum anderen bedarf der kulturelle Wandel, vor allem die kulturelle Transformation Zeit und die Bereitschaft, sich selbst, sei es als Individuum, Team oder Gesamtorganisation, grundsätzlich in Frage zu stellen.

 

Die Kultur bildet im Sinne von kollektiven Selbst- und Weltbildern den Rahmen, die Basis für den gesamten unternehmerischen Erfolg. Sie bestimmt über die Wahrnehmung und damit blinde Flecken, über die Qualität von Beziehungen mit allen Stakeholdern, wie Entscheidungen getroffen werden und mit welchen Methoden, welche KPIs zur Anwendung gelangen, über Karrieren im Unternehmen und vieles, letztlich alles andere, das den Erfolg und die Zukunftssicherheit des Unternehmens ausmacht.

 

Gerade die Kulturarbeit erfordert die Qualitäten des Adlers und des Genius Leaders wahrscheinlich mehr, als jede andere Führungsaufgabe. Sie erfordert es, sich hoch in die Lüfte zu begeben und aus einer selbstreflexiven Perspektive sich der eigenen kollektiven Selbst- und Weltbilder bewusst zu werden. Es mag paradox klingen, aber es gilt aus jener Adlerperspektive in die eigenen Tiefe, in die Schichten des kollektiven Unbewussten vorzudringen, jene dem Bewusstein meist verborgenen Glaubenssätze, Vorstellungen, Annahmen und anderen Aspekte der Selbst- und Weltbilder ans Tageslicht zu bringen. Denn sie sind es, die uns die Grenzen setzen. Die Kultur bildet sozusagen den Humus, auf dem die Strategie gedeihen kann oder eben nicht. Aber schon im Rahmen der Strategiefindung hat sie entscheidenden Einfluss: Was können wir uns überhaupt vorstellen? Was trauen wir uns zu? Was sehen wir und  was blenden wir aus? Was hat für uns einen Wert? Welche Methoden wählen wir? All diese Fragen sind bestimmend für die Strategiebildung. Später bei der Umsetzung entscheidet die Kultur über das Wohl und Wehe des Gelingens.

 

 

 

 

 

Das Kulturradar zeigt verschiedene Bewusstseinsschichten. Je tiefer wir in die Mitte vordringen, desto größer wird die Klarheit über die uns prägenden Selbst- und Weltbilder. Im Kern des Kulturradars liegen unsere zentralen Glaubennsätze verborgen, die jedoch den größten Einfluss auf unsere gesamte Wahrnehmung und unser gesamtes Verständnis unserer selbst und das der Außenwelt haben. Hier liegen die größten Hebel für die Veränderung unseres Bewusstseins und damit der Grundstein für die zukünftigen Erfolge unseres unternehmerischen Denkens und Handelns. Der Genius Leader weiß um seine tiefsten Kernannahmen, weiß um sein tieferes Wesen und bringt so Licht ins Dunkel. So steht ihm - von künstlichen Grenzen befreit- ein nahezu grenzenloses Spektrum neuer Handlungsmöglicheiten zur Verfügung.